Kontraindikationen: Eingeschränkte Nierenfunktion. (Kreatinin im Serum > 2,5 mg/dl
Leberwerterhöhung; Mail von der Firma Heyl 29.01.2018
Dimaval ist zugelassen für die Therapie einer akuten Vergiftung mit Quecksilber. Sie berichteten, Ihre Leberwerte seien angestiegen. Im Falle einer Behandlung mit Dimaval wird tatsächlich sehr selten eine Erhöhung der Transaminasen beobachtet, wobei noch nie festgestellt wurde, dass sich der Wert nach Absetzen bzw. Ende der Therapie nicht wieder normalisieren konnte.
Die Konzentration der Transaminasen ist aber nur ein Parameter, der bei der Messung der Leberwerte bestimmt wird.
Klären Sie doch bitte mit Ihrem Arzt ab, ob tatsächlich die Transaminasen erhöht sind oder ob andere Leberwerte betroffen sind!
Eine Änderung anderer Parameter unter Dimaval-Gabe ist uns bisher nicht bekannt.
Hingegen kann auch Cellcept Nebenwirkungen, die Leber betreffend, verursachen. Dies sind zum Beispiel Hepatitis, Ikterus oder Hyperbilirubinämie, welche ebenfalls zu Änderungen der Leberwerte führen.
Melanie Schwöbel Diplombiologin/ Biologist Scientific Department
HEYL Chem.-pharm. Fabrik GmbH & Co. KG,
Kurfürstendamm 178/179, 10707 Berlin
Nierenbelastung?
Ich erinnere mich an eine Bemerkung von Joachim Mutter, DMPS belaste die Nieren nicht, sondern entlaste sie. Ich weiß aber nicht mehr, auf welche genaue Situation sich das bezog oder ob es generell gelten sollte.
http://www.symptome.ch/vbboard/amalgam-entgiftung/42934-erfahrungen-dimercaptopropansulfonsaeure-2-3-dimercapto-1-propanesulfonic-acid-gute-schlechte-47.html
Gegenanzeigen im russischen Beipackzettel:
- Schwerer Leberschaden
- arterielle Hypertonie
- Unverträglichkeit des Wirkstoffes
http://dmps-unithiol.com/wp-content/uploads/2016/03/Unitiol-Patienteninformation-de.pdf
Menge von DMPS Mail vom 14.08.2020
Es ist nur so, dass man als Therapeut gerne einen Überschuss an DMPS gibt, denn dann erreicht man statt einer 1:1. Bindung zu Quecksilber eine stabiliere 1:4 Bindung, die dann auch weniger dissoziert im Körper und daher auch weniger Nebenwirkkungen macht.
Freundliche Grüße/ Best regards
Dr. med. Joachim Mutter
Dimaval
Wissenschaftliche Produktmonographie
7. Auflage
Januar 2008
Dr. Johann Ruprecht
Chem.-pharm. Fabrik HEYL GmbH & Co. KG
Goerzallee 253
14167 Berlin
Deutschland
Tel. +49 30 81696-0
FAX +49 30 8174049
Email johann.ruprecht@heyl-berlin.de
4.3.2 Nieren Seite 43
In therapeutischer Dosis (5 mg/ KG) hatte DMPS keinen Einfluss auf die Funktion von Nieren<260>.
Die Behandlung von 10 Patienten mit 300 mg DMPS täglich über 5 Tage zeigte keine renalen
Schäden<1449>. Bestimmungen von Kreatinin, N-Acetyl-Glukosaminidase und α1-Mikroglobulin im
Fazit:
DMPS ist eine relativ untoxische Verbindung. Die therapeutische Dosis von DMPS beträgt 3 bis
5 mg/kg KG. Sie liegt damit um mehr als den Faktor 30 unter der LD50 der empfindlichsten
Tierspezies. Auch bei längerer Therapiedauer in höherer Dosis wurde DMPS gut vertragen.
Eine Anreicherung wurde nicht beobachtet. Deswegen kann DMPS, wenn notwendig, über
längere Zeit in hoher Dosierung verabreicht werden de
menschlichen Harn vor und nach Gabe von DMPS (3 mg/kg KG i.v.) ergaben keinen Hinweis auf
eine Nierenschädigung<304>.
Die einmalige parenterale Gabe von 132 mg/kg KG bei Mäusen<937> bzw. bis zu 100 mg DMPS/kg
KG bei Ratten<937,1601> bewirkte keine pathologischen Befunde in den Nieren. Bei Ratten führte die
einmalige Gabe von DMPS (100 mg/kg KG i.p.) zu keiner Änderung im Gewicht der Nieren<1343,13443>. Die Ausscheidung von Hydroxyprolin im Urin blieb unverändert<
Die einmalige Gabe von 400 µmol DMPS/kg hatte keinen Effekt auf die „Nonprotein-SH-Konzentration“ in der Niere<206>. Die einmalige Gabe von 1,6 mmol/kg DMPS s.c. senkte die Aktivität der
ALAD in den Nieren<1261>. Eine 7-wöchige Gabe von DMPS führte aber zu keinem Anstieg der ALA
im Urin<595>. Die Konzentration an MDA war erhöht <1261>. Andere Untersuchungen zeigten keinen
Einfluss auf die Lipidperoxidation<158,457>. Die Konzentration entsprechender Metabolite glich der
der unbehandelten Kontrolltiere. Die Konzentration der Superoxiddismutase SOD war verringert,
der Katalase unverändert. DMPS verhinderte konzentrationsabhängig die Peroxidation von
liposomalen Membranen. Oxidiertes DMPS war dabei deutlich weniger effektiv<158,159>.
Die Aktivität der Enzyme AST, ALT und AP wurde bei Mäusen durch einmalige Injektion von
DMPS nicht verändert<1457>. DMPS führte zu keiner signifikanten Reduktion der Porphyrine in den
Nieren (100 mg/kg KG i.p.)<1148>.
Chronische Gabe von DMPS bewirkte keine oxidativen Schäden in den Nieren von Ratten<922>.
Nach sechsmaliger i.p.-Applikation von 30 mg DMPS/kg über 3 Tage zeigten die Nieren von
Ratten keine morphologischen Unterschiede zur Kontrolle<1417>. Die zweimalige Injektion von
DMPS veränderte das Gewicht der Rattennieren nicht<1600>.
Die orale Gabe von DMPS hatte bei Ratten keinen Einfluss auf den Metallothioneingehalt der Nieren. Sie senkte den Zink- (um ca. 16 %) und erhöhte den Kupferspiegel (um 65 %) gegenüber den
Kontrolltieren<1427>. Andere Arbeiten beschreiben erhöhte<1261> bzw. unveränderte<921> Zinkspiegel.
Nach chronischer Gabe von DMPS blieben Zn, Mg- und Cu-Spiegel unverändert. Die Enzymaktivität von AST, ALT und AP wurde vermindert, von GSH und MT erhöht. GSSG war nur marginal
beeinflusst<921>.
Bei Ratten (100 mg DMPS/kg KG 2-mal pro Tag über 6 Tage) wurde während der ersten 3 bis 4
Tage eine Verzögerung der Diurese, gefolgt von einer Polyurie beobachtet<1170>. Bei Kaninchen<487> und Hunden (15, 25 bzw. 50 mg DMPS/kg KG i.v) wurde für die Dauer von 2 Stunden<777> eine diuretische Wirkung von DMPS durch Reduktion der canicularen Reabsorption beobachtet<487,494>. DMPS steigerte die Diurese<1606>.
In Perfusionsexperimenten an Rattennieren wirkte DMPS in hohen Konzentrationen, ebenso wie
DMSA oder Ca-DTPA nephrotoxisch, was sich unter anderem in einer verringerten GFR
zeigte<1376>.
DMPS hatte keinen Effekt auf die LDH-Aktivität von isolierten tubulären Nierenzellen<1599>. Bei
Konzentrationen unter 0,1 mMol beeinflusste es die Lebensfähigkeit und die Glukoneogenese von
isolierten Nierentubuli nicht<957>. Erst bei hohen Konzentrationen (> 300 mg/L ≅ 1,4 mMol) wurde
in-vitro die Glukoneogenese gehemmt<1421>.
Fazit:
Die Nieren spielen bei der Ausscheidung von Schwermetallen eine wichtige Rolle. In therapeutischer Dosis hat DMPS sowohl bei oraler als auch parenteraler Gabe keine nephrotoxischen Effekte.
4.3.3 Leber Seite 44
In therapeutischer Dosis (5 mg/KG) hatte DMPS keinen Einfluss auf die Funktion der Leber<260>.
Die Behandlung von 10 Patienten mit 300 mg DMPS täglich über 5 Tage zeigte keine hepatischen
oder renalen Schäden<1449>.
4.3.5 Herzkreislaufsystem Seite 46
Fazit:
Wie die Tierexperimente zeigen, kann DMPS, insbesondere bei zu schneller i.v.-Gabe, zu
einem vorübergehendem Abfall des Blutdrucks führen. Die Injektion muss deswegen langsam,
d.h. über drei bis fünf Minuten erfolgen.
4.5 Reproduktionstoxikologie
Untersuchungen an arsenvergifteten Mäusen ergaben, dass durch die Gabe von DMPS die embryotoxischen Effekte von Arsen signifikant verringert wurden<342,344>. Die Zahl der „Normal-
- 50 - www.heyl-berlin.de
trächtigkeiten“ stieg mit zunehmender DMPS-Dosis, gleichzeitig nahm die Zahl der resorbierten
Feten ab. Allerdings waren die toxischen Effekte von Arsen auch bei hohen DMPS-Dosen nicht
völlig zu verhindern. Die Gefahr der Missbildung der Feten durch Arsen blieb trotz einer DMPSTherapie erhöht<344>. Analoge Beobachtungen wurden auch bei Vergiftungen mit Methylquecksilber gemacht<342>.
Fazit:
In den durchgeführten Tierversuchen ergaben sich keine Hinweise auf embryotoxische oder
teratogene Wirkungen von DMPS. Vielmehr wurden die schädigenden Wirkungen der Schwermetalle vermindert. Deshalb ist bei vitaler Indikation die Gabe von DMPS auch während der
Schwangerschaft vertretbar.
Auch wenn die Therapie mit DMPS während der Stillzeit im Tierversuch zu keinen Auffälligkeiten bei der Entwicklung der Jungtiere führte, sollte bei Vorliegen einer Schwermetallvergiftung
aus Vorsichtsgründen generell nicht gestillt werden.
http://www.toxcenter.org/artikel/DMPS-Monographie.pdf
Analphylaktoidische Reaktionen
Die im Beipackzettel von DMPS erwähnten
anaphylaktoide Reaktionen gibt es bei mehreren Schwefelverbindungen. So bei billigen Antibiotika mit
Sulfonamiden und auch bei den
Sulfiten im Wein:
"Die Kennzeichnung „enthält Sulfite“ bzw. „enthält
Schwefeldioxid“ ist nach Art. 3 Abs. 3 der Wein-Marktorganisations-Durchführungsverordnung
[1] bei Konzentrationen von mehr als 10 mg/l verbindlich vorgeschrieben. In den
USA müssen Weine, die nach Mitte 1987 abgefüllt wurden, einen Hinweis auf Sulfite auf dem
Etikett enthalten. Die entsprechende Regulierung in der
EU gilt seit 2005. Die Kennzeichnungspflicht geht darauf zurück, dass Menschen mit einer Überempfindlichkeit gegen Sulfite bei Konsum auch geringer Mengen Sulfit Unverträglichkeitsreaktionen wie z. B.
Bronchospasmen und
Asthma,
anaphylaktoide Reaktionen,
Urticaria und niedrigen
Blutdruck zeigen."
https://de.wikipedia.org/wiki/SulfiteEinen Standard-Allergietest dagegen gibt es (noch) nicht.